Alter Glanz zurückgebracht

Zur Restaurierung von 34 historischen Grabsteinen auf dem Friedhof neben der Gnadenkirche in Bergisch Gladbach

Die circa 520 Quadratmeter große Anlage, auf der 34 historische Grabsteine verortet sind, liegt unmittelbar östlich der Gnadenkirche, wird von einer Respekt gebietenden Mauer eingefasst und kann über ein schmiedeeisernes Tor betreten werden. Solche historischen Friedhöfe sind weit mehr als eine letzte Ruhestätte. Sie können auch als Ort der Erinnerung, aber auch als ein offenes Geschichtsbuch betrachtet werden.

Im konkreten Fall wurden diese Steine – einschließlich ihrer schauseitigen Betextungen bzw. Informationen – zum Teil durch großflächige Verwitterungen bedroht.

Deshalb fanden sich im Frühjahr 2026 sowohl die evangelische Kirchengemeinde von Bergisch Gladbach, der Förderverein des evangelischen Friedhofs Quirlsberg als auch der Verschönerungsverein Bergisch Gladbach e.V. zusammen, um durch entsprechende Restaurierungsmaßnahmen diesen Zerfall wenigstens für einige weitere Jahrzehnte aufzuhalten.

Dieser Friedhof wurde mit dem Bau der Gnadenkirche 1776/77 – also vor exakt 250 Jahren – angelegt und bis 1870 genutzt. Bestattet wurden dort über 600 Personen; die letzte Person war Julie Zanders (1804-1869), die Witwe des Gründers der Papierfabrik Johann Wilhelm Zanders.

Dass der Friedhof als ein Objekt bemerkenswerter Zeitgeschichte betrachtet werden darf, ist schon deshalb gegeben, da fast alle in Bergisch Gladbach ansässigen Papiermacherfamilien dort ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Abgesehen davon ist dieser Friedhof ein anschauliches Beispiel der Grabmalkunst von 1777 bis Ende des 19. Jahrhunderts.

Da die Grabsteine nicht aus dem fast unzerstörbaren Basaltlava, sondern aus Sandstein bzw. Grauwacke hergestellt wurden, sind Sanierungs- bzw. Restaurierungsmaßnahmen ab einer gewissen Zeit immer wieder notwendig. Die häufigste Verwitterungserscheinung sind neben Rissen sogenannte Verwitterungsschalen, die sich scheibchenweise vom Grabstein lösen und dadurch die „Haut“ der Steine zerstören.

Diplom-Restaurator Thomas Sieverding, der die Restaurierungsmaßnahme durchgeführt hat, stellte am 30. Juni 2026 das Ergebnis seinen Auftraggebern vor.

Die Kosten in Höhe von 12.000 Euro wurden vom Verschönerungsverein Bergisch Gladbach e.V. (3.500 Euro), dem Förderverein des evangelischen Friedhofs Quirlsberg (3.500 Euro) und von der evangelischen Kirchengemeinde (5.000 Euro) getragen.

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